IBA Bliesgau nicht Windenergieausbau opfern

Schutz von Natur und Landschaft im Falle des Bliesgaus höher zu bewerten

Der Naturschutzbund (NABU) im Saarland nimmt die Diskussion um die Planung eines Windparks auf dem Allenberg bei Bliesmengen-Bolchen in der Gemeinde Mandelbachtal erneut zum Anlass, auf die besondere Bedeutung des Bliesgaus für die saarländische Landesnatur hinzuweisen. Zweifellos ist die Nutzung der Windenergie eine wichtige Säule im Rahmen der regenerativen Energieversorgung und wird vom NABU daher bundesweit an naturschutzfachlich vertretbaren Standorten befürwortet. In Bezug auf den Bliesgau lautet die NABU-Position jedoch seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten, dass dieser wegen seiner besonderen Bedeutung für den Schutz von Biodiversität und Landschaft als letzter größerer verbliebener Naturraum im Saarland von einer Windenergienutzung freizuhalten ist.

Der Bliesgau ist nicht nur eines der beiden wichtigsten Rotmilandichtezentren im Saarland, einer gegen Rotorschlag besonders empfindlichen Verantwortungsart Deutschlands. Zugleich ist unser südöstlichster Landesteil bereits seit mehreren Jahrzehnten wegen seiner besonderen landesweiten Bedeutung für die Vogelwelt anhand international einheitlicher Kriterien vom Welt-Dachverband der Vogelschutzverbände BirdLife International als Important Bird and Diversity Area (IBA) eingestuft. Aktuell werden auf Bundesebene im Zusammenhang mit dem Ausbau der Windenergie von den politisch Verantwortlichen Konzepte diskutiert, die auf der einen Seite zu mehr bebaubaren Standorten und beschleunigten Realisierungszeiten führen sollen. Im Gegenzug dazu jedoch sollen von dieser Technologie besonders betroffene Arten in ihren Kernräumen (Dichtezentren) wie dem Bliesgau geschützt und über Artenhilfsprogramme besonders gefördert werden.

"Wenn dieses Konzept auch im Saarland aufgehen soll, darf man jetzt nicht Tatsachen schaffen, die später intelligentere und vor allen Dingen auf das gesamte Saarland zugeschnittene Lösungen verbauen", so die NABU-Landesvorsitzende Dr. Julia Michely. "Insofern liegt es auf der Hand, dass die 2011 mit der Jamaika-Koalition seitens des Landes ohne Not aufgegebene Lenkung des Ausbaus der Regenerativen von einer neuen Landesregierung wieder aufgenommen werden muss." Anderenfalls befürchtet der NABU, dass insbesondere vor den aktuellen Herausforderungen des Klimawandels und des Ukraine-Krieges erneut Artenschutzbelange unter den Tisch zu fallen drohen - so, wie es nach der Jahrtausendwende schon im Nordostsaarland, dem anderen Dichtezentrum des Rotmilans im Saarland, der Fall war.

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